Hier kommt Ledger Nano™ Gen5, der derzeit wohl frechste Signer überhaupt

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Was ist Clear Signing?

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Wichtigste Erkenntnisse:
Nicht alle Wallets sind dafür ausgelegt, Details komplexer Transaktionen in eine für Menschen lesbare Sprache zu übersetzen. Hierdurch entsteht ein Problem, das als „Blindsignatur“ oder „Blind Signing“ bezeichnet wird.

– Blind Signing ist ein erhebliches Hindernis im Ökosystem der Digitalwährungen und wurde in der Vergangenheit von Betrügern genutzt, um von ahnungslosen Kunden Milliardensummen zu ergaunern.

– Ledgers Lösung für dieses Problem heißt Clear Signing: ein Verfahren, mit dem bislang nicht interpretierbare Smart-Contract-Daten für Menschen lesbar gemacht werden können. Dieses Prinzip erzwingt die Umsetzung der bekannten Maxime „Du signierst nur, was du siehst.“

Wenn es um Sicherheit in der Kryptowelt geht, gilt der altbekannte Grundsatz: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Ledger-Signer haben sich im letzten Jahrzehnt als beliebteste Hardwarelösung etabliert. Sie verfügen über Secure Screens, die direkt vom Secure Element-Chip angesteuert werden. Dieser speichert private Schlüssel offline und ermöglicht es Nutzern, Transaktionen physisch zu prüfen und zu bestätigen.

Allerdings hat sich das Umfeld für digitale Vermögenswerte seit der Einführung von Ledger stark verändert. Mit dem Aufkommen neuer Anwendungsfälle wie DeFi und NFTs haben Transaktionen deutlich an Umfang und Komplexität zugenommen.

Leider sind die meisten Wallet-Schnittstellen nicht in der Lage, Transaktionsinformationen bereitzustellen, die von Menschen gelesen werden können. Das führt dazu, dass die meisten Nutzer Transaktionen signieren, ohne alle Details zu kennen. Man spricht vom „Blind Signing“. Hierbei handelt es sich um eine schwerwiegende Sicherheitslücke, die von Betrügern ausgenutzt wird, um Milliardenbeträge von ahnungslosen Nutzern abzuschöpfen. Dazu werden Schadverträge durch die Komplexität von Transaktionen verschleiert – sodass viele erst zu spät merken, was sie tatsächlich freigeben.

Die einzige Möglichkeit, dieses Risiko in den Griff zu bekommen, ist die branchenweite Einführung von Clear-Signing-Standards. Aber diese gestaltet sich viel schwieriger, als es klingt. Bevor wir uns jedoch im Detail ansehen, wie Ledger das Problem lösen will, müssen wir uns erst einmal mit den Grundlagen befassen. Beginnen wir zunächst mit einer Erläuterung, was genau Clear Signing ist.

Was ist Clear Signing?

Clear Signing bietet Abhilfe gegen Blindsignaturen: das Problem unlesbarer Transaktionsinformationen. Hierfür braucht man zweierlei:

  1. Eine eindeutige Transaktionsabsicht. Aus der Absicht muss hervorgehen, was für eine Genehmigung du signieren sollst und welche DApp die Genehmigung beantragt.
  2. Transaktionsfelder, die für Menschen lesbar sind. Die Transaktionsfelder sollten in einer für den Menschen verständlichen Sprache zeigen, wer der beabsichtigte Empfänger (also der Smart Vertrag) ist und welches deiner Assets du sendest.

Wenn diese beiden Anforderungen erfüllt sind, können Nutzer endlich eindeutig erkennen, welche Genehmigungen sie erteilen, und so wesentlich fundiertere Entscheidungen darüber treffen, ob eine Transaktion seriös ist oder nicht.

Statt also eine Transaktion zu signieren, die dir lediglich eine Zeichenfolge – einen so genannten Hash – anzeigt, kannst du bei einer Clear-Signing-Transaktion vor dem Signieren alle Transaktionsdetails überprüfen.

Wofür ist Clear Signing gut?

Clear Signing ist aus einem ganz bestimmten Grund wichtig: Es soll dazu beitragen, dass keine betrügerischen Transaktionen signiert werden. Jemanden aufzufordern, eine Transaktion „blind“ zu signieren, ist vergleichbar mit der Bitte, einen Blankoscheck zu unterschreiben: Es stellt ein erhebliches Risiko dar.

Viele weit verbreitete Betrugsmaschen basieren darauf. Betrüger verleiten dich dazu, etwas zu signieren, das wie eine gewöhnliche Transaktion aussieht. Tatsächlich enthält sie jedoch Schadcode, der darauf ausgelegt ist, deine Wallet leerzuräumen. Software-Wallets sind hier besonders gefährdet, weil sie auf Geräten laufen, die ständig mit dem Internet verbunden und damit leichter angreifbar sind.

Die Anzeigen auf diesen Geräten können durch Malware mittels „Man-in-the-Middle“-Angriffen manipuliert werden, d. h., du kannst nie zu 100 % sicher sein, dass das, was auf dem Bildschirm deines Computers oder Handys angezeigt wird, auch wirklich das ist, was du signierst. Das Gleiche gilt für Hardware-Wallets, die nicht über Secure Screens verfügen.

In dieser Hinsicht ist ein Ledger-Signer anders. Sein Secure Screen ist offline und wird vom Secure Element angesteuert. Darum ist er immun gegen derartige Manipulationen. Clear Signing nutzt diesen „Trusted Screen“ (vertrauenswürdiges Display), um dir die vollständigen Details der Transaktion anzuzeigen und so sicherzustellen, dass du nur unterschreibst, was du auch wirklich siehst.

Clear Signing in der Praxis